Wettbewerb Sozial - Schnell - Gut


Angaben zur gestalterischen Konzeption
Das entwickelte Entwurfskonzept unterliegt dem Grundsatz des einfachen, guten und gemeinschaftlichen Wohnens. Dies gilt für die Geschosswohnungs-, Reihen - und Doppelhaus-Typologie. Eine möglichst hohe Flexibilität in der Grundrissgestaltung, sowie verschiedene Optionen der Erschliessungsarten bilden die Voraussetzung für maximale Anpassungsfähigkeit an Ausrichtung, Topographie sowie nachbarschaftliche Randbedingungen. Die architektonische Gestaltung der Wohnungstypen unterliegen nicht reiner Kosten-Zeit-Paradigmen, sondern nehmen sich diese als Werkzeug zur Hilfe. Die Grundlage hierfür ist ein Bauteil-Katalog mit 10-Schritten in drei Einteilungen:

A vertikale Wand-Elemente = freie Längenwahl

B horizontales Deckensystem = freie Gestaltungsmöglichkeit

C Vorfertigung der komplexen Elemente als Modul inkl. TGA = kontrollierte Schnittstellen

Das Entwurfs-Konzept ermöglicht gutes und schnelles Bauen, um den stetig wachsenden Bedürfnissen und Anforderungen des Wohnens der heutigen Zeit gerecht zu werden. Die Digitalisierung im Bauwesen, in Planung und im Fertigungs-Prozess nimmt hier eine führende Rolle ein.

Erläuterungen Konstruktion und Fügung
Die Konstruktion beruht auf einem 10 Schritte-System für alle Bautypologien. Als vertikale, statische Scheibe sind die Außenwände aus Brettsperrholz-Elemente ausgebildet und werden im Werk inkl. Fenster vorgefertigt. Die Innenwände werden in bauphysikalisch vorteilhafter Holzrahmenbauweise im Werk hergestellt. Die Deckenelemente sind aus Holz-Beton-Verbund. Der Zuschnitt erfolgt im Werk, die Beton Ertüchtigung vor Ort. Diese Deckensysteme erfüllen somit höchste statische und bauphysikalische Anforderungen und bilden eine horizontale statische Scheibe.

Die immer komplexer werdende TGA wird in Micro-Modulen (z.B. Bad und Küche) vollständig vorgefertigt und ebenso im Bauprozess „just in time“ und "plug and play“ angeliefert bzw. eingebaut. Sie bilden die Schnittstellen für alle weiteren Anschlüsse in den jeweiligen Wohnungseinheiten.

Der Fokus liegt auf einer maximalen Vorfertigung im Werk mit maximaler Flexibilität der Grundriss-Varianten. Somit werden Fügungstoleranzen auf ein Minimum gesetzt.

Erläuterungen Fassade
Die Fassadenhülle ist als Vorsatzschale in Holzbauweise je nach architektonischem Anspruch und Kostensituation wählbar.

Hier kann zwischen Metallverkleidung, Putzsystemen, Betonfertigteilen, Holzverkleidung und Ziegel-Vorsatzschale gewählt werden.

Erläuterungen vorbeugender Brandschutz
Der vorbeugende Brandschutz entspricht den regulativen Anforderungen der gültigen LBO 2016 des Landes Rheinland-Pfalz. Als weitere Grundlage gelten hier zusätzlich die Holzbaurichtlinie M-HFHHolzR und MBO mit den entsprechenden Kapselkriterien für den mehrgeschossigen Holz-Wohnungsbau.

Im Zuge der Entwurfsarbeit sind bereits gebaute Referenzen der beteiligten Fachunternehmen genannt worden, die durch angepasste Brandschutzmaßnahmen die Kosten und Zeit reduzieren konnten. Hierfür aufgeführtes Beispiel ist „betreutes Wohnen (GK4) mit Laubengang-Typus“ in Holz-Beton-Verbund-Bauweise ohne zusätzliche untere Brandschutzplatte. Dies wurde durch die zuständige Branddirektion in NRW genehmigt und positiv bewertet. Die Berechnung REI 60 wurde auf „Abbrand“ geführt.

Materialkonzept
Das kostengünstige Material Holz gilt im Materialkonzept als Grundlage für alle Bauteile. Zusätzliche Materialien wie zum Beispiel Beton, Plattenwerkstoffe oder Metallfassaden werden adaptiv ergänzt. Die Hybird-Bauweise - zusammenfügen unterschiedlicher Bauteile - unterstützt das Material Holz für maximale Anforderung mit den positiven Eigenschaften der zusätzlich eingebrachten Materialien.

Holz erfährt durch die neuen Holz-Bauprodukte eine starke Wiederentdeckung im Bauwesen. Dieser Trend ist international besonders in Österreich, Schweiz, England oder Norwegen zu beobachten.

Energie- und Ressourceneffizienz
Der Vorteil der hybriden Bauteil-Elementierung ist die Material-Effizienz = Kosten- und CO₂-Reduzierung. Holz gilt als nachhaltig und umweltschonend. Das Material Holz steht in Rheinland-Pfalz - als waldreichstes Land Deutschlands - ausreichend zur Verfügung. Das Zusammenfügen mit oder durch anforderungsbedingte Ergänzung unterschiedlichster Materialien, birgt in Bezug auf Tragfähigkeit, Gewicht und Umwelt eine maximale Material-Effizienz. Des Weiteren ist Holz sehr leicht zu bearbeiten und hat gegenüber Vorfertigungen mit Stahl - und Beton-Elementen bessere Transportmöglichkeiten bzw. geringere Transportkosten. Die Erstellung von Hybriden-Bauelementen reduziert die graue Energie im Bauwesen maßgeblich. Somit werden Energie- und Ressourcen-Bilanzen substanziell reduziert.